Wände streichen klingt einfach. Bis man das erste Mal vor einer frisch gestrichenen Wand steht und die Rollenspuren sieht, die Ecken ungleichmäßig sind und die Farbe an der Decke abblättert. Was beim Profi wie von selbst aussieht, hat einen Grund — jahrelange Erfahrung, das richtige Werkzeug und das Wissen um die Vorbereitung.
Was fürs Selbermachen spricht
Ein einzelner, kleiner Raum mit guten Wänden ist ein realistisches DIY-Projekt. Wenn die Flächen eben sind, keine Risse vorhanden sind und Sie mit einer mittleren Wandfarbe arbeiten, ist der Aufwand überschaubar. Zeitinvestition inklusive Vorbereitung und Abkleben: ein langer Samstag.
Der Kostenvorteil ist real — aber kleiner als viele denken. Farbe, Rollen, Abklebeband, Folie und eventuelle Grundierung kosten schnell 80–120 Euro für einen mittelgroßen Raum. Der Malermeister verrechnet Materialkosten oft günstiger, weil er bei Großabnehmern einkauft.
Wo der Profi klar besser ist
Sobald Spachteln, Grundieren oder Tapeten im Spiel sind, wird die Qualitätsschere deutlich. Ein Malermeister bereitet Wände so vor, dass das Ergebnis lange hält — und er sieht auf den ersten Blick, ob ein Untergrund geeignet ist oder zuerst behandelt werden muss.
Große Flächen, Treppenhäuser, Hochräume oder Objekte, bei denen das Ergebnis wirklich wichtig ist — Esszimmer, Wohnzimmer, Büros — sind Situationen, in denen die Handwerkerrechnung günstiger sein kann als die Zeit, die Sie für ein mittelmäßiges Ergebnis investieren.
Die ehrliche Rechnung
Rechnen Sie Ihren Zeitaufwand mit einem realistischen Stundenwert gegen — nicht null, sondern das, was Ihre Zeit tatsächlich wert ist. Dann addieren Sie Materialkosten und den Risikofaktor, falls Sie nacharbeiten müssen. In vielen Fällen ist der Unterschied kleiner als gedacht.
Grundierung ist kein Luxus, sondern Voraussetzung für ein dauerhaftes Ergebnis. Wer ohne Grundierung streicht, riskiert, dass die Farbe nach einem Jahr ablöst. Gute Grundierung macht außerdem den eigentlichen Anstrich ergiebiger — Sie brauchen weniger Farbe.
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